Feuer für Feuer

Nach einem mehrtägigen Raketen-Schlagabtausch an der südlichen Grenze des Libanon hat sich der Vorsitzende der libanesischen Hisbollah, Hassan Nasrallah (am 7.8.2021) zur Lage geäußert. Die Hisbollah sei nicht an einem Krieg interessiert, sagte Nasrallah in einer Rede, die vom Nachrichtensender Al Manar, der der Hisbollah nahe steht, übertragen wurde. Allerdings werde man nicht zulassen, daß Israel das errungene »Gleichgewicht des Schreckens« verändere.

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Alle waren gegen uns

Am 8. August 2019 wurde das erste Windrad in Syrien errichtet, das vollständig von syrischen Ingenieuren, Frauen und Männern, hergestellt worden war. Es steht an der Autobahn zwischen Homs und Tartus. Die Montage erfolgte mit einem 650-Tonnen-Raupenkran, erzählt Ingenieurin Valerina Elias stolz: »Wir haben ihn in Rekordzeit zusammengebaut.«

Die Reportage erschien in der Wochenendausgabe am 7. August 2021 im Neuen Deutschland: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1155337.bauern-in-syrien-alle-waren-gegen-uns.html

Das hier ist unser Land

»Hier, das werden Sie brauchen.« Hisham Al Ayazra hält mir eine Schirmmütze hin und zwinkert vergnügt mit den Augen. »Es ist heiß da draußen auf den Feldern.« Rasch wechselt er noch ein paar Worte mit Mutter und Schwester, die das Mittagessen vorbereiten wollen. Mindestens zwei Stunden werde man auf den Feldern sein, sie sollten sich Zeit lassen. Dann verlässt der kleine Trupp den elterlichen Hof. Das einfache Haus mit dem großen Garten liegt in Bassir, etwa 80 Kilometer südlich von Damaskus im Hauran, der zur Provinz Deraa gehört. Das Thermometer zeigt 38 Grad.

Die Reportage über Bauern im Südwesten Syriens erschien in der Wochenendausgabe des Neuen Deutschland: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1155336.landwirtschaft-in-syrien-das-hier-ist-unser-land.html

Israel trägt Hauptverantwortung für Unruhe und Kriege in Region

In den letzten Tagen verschärfte sich die Lage im Nahen Osten erneut drastisch. Russland kritisierte die israelischen Luftangriffe vor Kurzem als Verletzung der Souveränität Syriens. Das russische Verteidigungsministerium gab eine Erklärung zu den jüngsten israelischen Angriffen auf Syrien ab, die Hinweise auf eine Verschiebung der Strategie Moskaus hinsichtlich der völkerrechtswidrigen israelischen Angriffe gegen die syrische Souveränität enthielten.

Der Drohnenangriff auf einen israelischen Tanker (MT Mercer Street) fachte den Konflikt zwischen Israel und Iran neu an. Israel droht nun Iran mit Krieg, um das Atomprogramm des Landes zu stoppen. In Afghanistan weiten sich die Kämpfe zwischen den Taliban und den Regierungskräften aus und im Iran trat Ebrahim Raissi sein Amt als neuer Präsident an.

Im Interview mit RT DE geht es um die jüngsten Entwicklungen in der Region und die Frage, inwieweit die Gefahr vom Ausbruch eines neuen Krieges im Nahen Osten besteht: https://de.rt.com/der-nahe-osten/121978-karin-leukefeld-im-interview-mit/

Wie auf der Titanic – Libanon ein Jahr nach der Explosion im Hafen von Beirut

Vor einem Jahr wurde der Hafen von Beirut durch eine Explosion zerstört. Ohne Wirtschaft und ohne Regierung treibt der Libanon steuerlos. Die Bevölkerung weiß nicht, wie sie überleben soll. Die herrschenden Eliten und ihre internationalen Partner schachern um Geld und Einfluss.

Der Beitrag erschien am 4. August 2021 bei RT Deutsch: https://de.rt.com/der-nahe-osten/121759-wie-auf-titanic-libanon-jahr/

Kein Frieden für Syrien

Während im Norden Syriens Anschläge und Kämpfe das Geschehen bestimmen, hat die israelische Luftwaffe innerhalb einer Woche drei Mal Syrien angegriffen. Libanon protestierte gegen die Verletzung seines Luftraums für die Angriffe. In Damaskus fand zum zweiten Mal eine Konferenz zur Rückkehr von Flüchtlingen statt. Die US-Armee verstärkt derweil ihre völkerrechtswidrige Besatzung im Nordosten des Landes.

Erschienen in der Zeitung vum Letzebuerger Vollek: 210729 zlv Kein Frieden für Syrien

Unabhängigkeit nicht gewollt

„Was wollen die USA und Europa von uns? Sollen Syrien und Libanon als Staaten vernichtet werden?“ George Jabbour blickt sein Gegenüber scharf an, als er am 5. Juli in Damaskus mit junge Welt über die Lage in der Levante spricht. „Alles deutet darauf hin, dass sie uns in ›failed states‹ verwandeln wollen, in gescheiterte Staaten. So wie sie es mit dem Irak und Libyen gemacht haben.“

Die Schwerpunktseite darüber, wie der Westen den Mittleren Osten destabilisiert, um den eigenen Einfluss zu erhalten, erschien in der Jungen Welt am 16.07.2021: jw-210716-Unabhängigkeit-nicht-gewollt

Verkohlte Bäume sprießen wieder

»Es war Anfang Oktober. Früh am Morgen schreckten wir von einem Alarm auf und fanden uns von Feuer umringt. Alles, was wir tun konnten, war, die Menschen zu retten und den Flammen den Weg in die Dörfer zu versperren.« Fadi Salah ist Bürgermeister von Al-Haffah, einem kleinen Ort in den östlichen Bergen der Provinz Latakia, die sich am Mittelmeer entlangzieht. Der Ort hat rund 10 000 Einwohner oder 2000 Familien, wie man in Syrien rechnet. Die Mehrheit der Bevölkerung in der Region lebt in Dörfern und Weilern, die rund um Al-Haffah in Tälern und auf den Bergen verstreut liegen und meist nur über schmale, oft unbefestigte Straßen erreichbar sind.

Nach den Bränden im vergangenen Herbst ziehen Betroffene in der syrischen Provinz Latakia Bilanz: nd-210715-Verkohlte-Bäume-sprießen-wieder

Kliniken inTrümmern – Bewaffnete Regierungsgegner und westliche Sanktionen zerstören das Gesundheitswesen Syriens.

Foto Karin Leukefeld. Das Al Kindi Krankenhaus nördlich von Aleppo wurde von Dschihadisten im Dezember 2013 gesprengt.

»Na, Sie humpeln ja kräftig.« Dr. Emile Katti, der leitende Arzt und Chirurg des Krankenhauses Al Rajaa in Aleppo begrüßt Joseph B. im Eingangsbereich mit einem kräftigen Handschlag. »Lange nicht gesehen und da kommen Sie mit so einem Knie hier an?« Joseph begleitet die Autorin seit Jahren durch das kriegszerstörte Syrien. An diesem Morgen hatte er sich vor der Abfahrt aus Damaskus in der Eile beim Verstauen des schweren Benzinkanisters verletzt, der wegen der großen Benzinknappheit bei langen Fahrten zur Grundausstattung gehört. Nur auf Drängen hatte Joseph eine Untersuchung bei Dr. Emile Katti in Aleppo akzeptiert.

Die Reportage aus Aleppo erschien in der Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek:210702 zlv Krieg gegen Kranke und in der Berliner Tageszeitung Junge Welt: https://www.jungewelt.de/artikel/405419.krieg-in-syrien-kliniken-in-tr%C3%BCmmern.html

 

US-Armee eskaliert im irakisch-syrischen Grenzgebiet

Die US-Armee und irakisch-iranische Milizen liefern sich im syrisch-irakischen Grenzgebiet einen Schlagabtausch

Die USA geben weiter die Richtung im Mittleren Osten vor. Zwar wendet das Land seine Militärmacht zunehmend nach Osten, doch vor dem Abzug will Washington sicherstellen, dass die Zukunft der Region der westlich definierten „regelbasierten“ Weltordnung unterworfen wird. Die mag dem Westen nutzen, doch die Völker der Region haben eine andere Vorstellung von ihrer Zukunft.

Zur zentralen US-Linie in der Region gehört es zu verhindern, dass die Staaten der Region sich einander annähern und verbünden. Dazu gehört die Blockade der syrischen Grenzen zu den Nachbarländern. Besonders die irakisch-syrische Grenze, die über etwa 600 km von der Türkei im Norden bis nach Saudi-Arabien im Süden reicht, soll nach US-Vorstellung nicht wieder unter syrische und irakische staatliche  Kontrolle kommen.

Der Artikel erschien in der Berliner Tageszeitung Junge Welt: jw 210629 USA eskaliert im irakisch-syrischen Grenzgebiet