Soft Power – Sanfte Macht – Wie westliche Organisationen versuchen, Einfluss auf die Entwicklung im Libanon zu nehmen

Die schwere Wirtschaftskrise im Libanon hält unvermindert an. Offenbar hat der schwache Staat nicht die Kraft für einen Aufschwung. Westliche Organisationen
bieten ihre Hilfe bei der Entwicklung des Landes an. Allerdings nicht ohne
Hintergedanken.

Die Reportage aus Beirut erschien in der Berliner Tageszeitung nd Der Tag (Neues Deutschland) am 14.06.2022: nd-220614-Sanfter Nachdruck-Westliche-Organisationen-im Libanon

Rotarier im neuen libanesischen Parlament

»Protestbewegung zieht ins Parlament ein«, meldete die »Tagesschau« der ARD am
17.05.22, »Reformer im Libanon vor schwieriger Aufgabe« hieß es beim Staatssender
Deutsche Welle am 19. Mai nach Bekanntgabe der ersten Ergebnisse der Parlamentswahl im Libanon vom 15. Mai. Die »Reformkräfte« im Libanon
hätten »einen Achtungserfolg errungen«, so die Deutsche Welle: »Sie schicken 13
Abgeordnete ins Parlament (….)“. Wer aber sind die dreizehn „Neuen“ im Parlament, welche Rolle spielen deren regionale und internationale Unterstützer und mit welchem Ziel?

Zeitung vum Laetzembuerger Vollek:  -P04 -04 juin 2022-komprimiert

Syrien: Die Humanitäre Krise und die Destabilisierung des Landes

Angesichts der seit Jahren anhaltenden Sanktionen der USA und Europas ist die humanitäre Situation im Großteil des Landes katastrophal. Die USA kontrollieren die syrischen Ölfelder und überwachen und sichern auch den Diebstahl des gesamten syrischen Erdöls und dessen Export über N-Irak in die Türkei. Das langfristige Ziel der USA scheint eine Teilung des Landes zu sein. Der ölreiche Nordosten soll – unter US-Kontrolle und Nutzung des syrischen Öls – entwickelt werden. Über die krasse Verletzung des Völkerrechts wird weitgehend geschwiegen.

Das Gespräch zwischen Fritz Edlinger von der Zeitschrift INTERNATIONAL und Karin Leukefeld dauert etwa 40 Minuten und erschien am 02.06.2022: https://www.youtube.com/watch?v=dXls5dLy2Fc

Zum Tod von Shireen Abu Akleh

In den frühen Morgenstunden des 11. Mai 2022 wurde die palästinensische Journalistin Shireen Abu Akleh ermordet. Der Fernsehsender Al Jazeera, für den die Kollegin seit 1997 aus den besetzten palästinensischen Gebieten berichtet hatte, nutzte alle Kanäle und das Internet, um über die ungeheuerliche Tat zu informieren.

Shireen Abu Akleh hatte an dem Morgen über eine Razzia der israelischen Streitkräfte im Flüchtlingslager Jenin im Westjordanland, der Westbank, berichten wollen. „Das Wespennest“ nennen die israelischen Streitkräfte das Flüchtlingslager, in dem 11.000 Menschen auf einem Quadratkilometer zusammengepfercht sind. 65 Prozent der Bevölkerung sind jünger als 24 Jahre. Niemand dieser Generation hat jemals in einem freien Land, einem freien Staat gelebt. Jung und Alt kennen nur Leid, Tod und Elend unter israelischer Besatzung.

Der Artikel erschien auf den Nachdenkseiten am 19.05.2022: https://www.nachdenkseiten.de/?p=84038

Neue Gesichter – alte Probleme: Wie geht es weiter im Libanon?

Ein Gespräch mit Fritz Edlinger von der österreichischen Zeitschrift INTERNATIONAL   über die Wahlen im Libanon und die Chancen zu der längst überfälligen Lösung der gravierenden ökonomischen und auch politischen Probleme der Zedernrepublik.

Das Gespräch wurde am 17. Mai geführt: https://www.youtube.com/watch?v=qhnAzPHWrYk

Syrien: Verlängerung der humanitären Krise vertieft Armut und Ungleichheit

Es ist ruhig in Syrien. Die Muslime feiern seit Wochen den Fastenmonat Ramadan und bereiteten sich am Wochenende auf das Eid al-Fitr Fest vor, mit dem der Fastenmonat am Montag beendet wurde. Katholische und orthodoxe Christen feierten kürzlich ihr jeweiliges Osterfest. Politisch herrscht Stillstand in Syrien. Die Frontlinien im Nordosten und Nordwesten sind wie eingefroren. Je länger der Stillstand dauert, desto mehr vertiefen sich die wirtschaftlichen und sozialen Spaltungen im Land. Die Kriegsgewinnler bauen ihren Einfluß aus, den sie sich mit Geschäften über Fronten und
Grenzen hinweg – mit Öl, Waffen, Flüchtlingen, Informationen – verschafft haben.

Der Beitrag erschien in der Zeitung vum Letzembuerger Vollek am 3.5.2022: 220503 ZLV Trügerischer Stillstand

Syrien: Auswirkungen von Krieg und Sanktionen auf die Wirtschaft

Die Geschichte des Marktes von Damaskus, des »Souk«, ist gleichzeitig die Geschichte seiner Händlerfamilien. Die meisten Geschäfte gibt es seit Generationen. Väter hatten sie ihren Söhnen vermacht, die sie erneut an ihre Söhne weitergaben. Auch deswegen konnten die meisten Betriebe zehn Jahre Krieg überstehen und die Beziehungen zu den Zulieferbetrieben außerhalb von Damaskus aufrechterhalten.

Der Beitrag ist Teil einer Schwerpunktseite Syrien in der jungen welt: jw-220502 Syrien Stillstand

Wenn aus Journalismus Propaganda wird, Teil 2

Als die Unruhen in Syrien 2011 zu einem Krieg wurden, zogen USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, die EU und Verbündete am arabischen Golf sowie die Staaten der NATO-Allianz ihre Botschafter, Staatsangehörigen, Unternehmen, private und staatliche Organisationen der Kultur-, Bildungs- und Entwicklungszusammenarbeit ab. Auch Journalisten wurden von ihren (abziehenden) Botschaften in Damaskus als auch von staatsnahen Medien zur Ausreise aufgefordert. Es blieben russische, chinesische, iranische, wenige arabische und lateinamerikanische Medien. Auch die Autorin, die 2010 als deutsche Korrespondentin akkreditiert worden war, blieb.

Wie aus dem Nichts tauchten „Bürgerjournalisten“, Blogger und Bloggerinnen sowie unabhängige Medienzentren auf, die mit verwackelten Bildern die Lage in Syrien beschrieben. Stellvertretend sei hier an ein „Lesbisches Mädchen aus Damaskus“ erinnert, das nach wochenlangen Blogs über Demonstrationen und Gewalt angeblich vom syrischen Geheimdienst entführt worden sein sollte. Es stellte sich heraus, dass der Blog tatsächlich von einem Amerikaner ins Netz gestellt worden war.

Der zweite Teil der Analyse über Journalismus und Propaganda in Zeiten des Krieges  erschien bei den Nachdenkseiten am 25. April 2022: https://www.nachdenkseiten.de/?p=83235

Wenn aus Journalismus Propaganda wird

Westliche Regierungen und Medienunternehmen in den USA, EU und einigen arabischen Golfstaaten entfalteten während des Krieges in Syrien ein Arsenal an Manipulation und Propaganda, dem Journalisten, die aus Syrien berichteten, nicht gewachsen waren. Mit dem Krieg in der Ukraine ist die Lage um ein Vielfaches eskaliert. Russische Medien wurden als Quelle angeblicher Desinformation schon vor dem Krieg von den USA, GB und EU verboten. Ein Tsunami einseitiger Darstellung reißt politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Brücken zu Russland ein. Die internationale Ordnung nach dem 2. Weltkrieg wankt.

Medien sind Instrumente hybrider und direkter Kriegsführung geworden. Will man dem entgehen, empfiehlt es sich, in die Medien anderer Länder in anderen Kontinenten zu blicken. Das fördert das Verständnis über den Blick anderer auf das Geschehen. Und wir in Deutschland lernen etwas über uns. Der Blick auf die Perspektive anderer ist ein gutes Korrektiv und hilft, den medialen Angriff „der Eigenen“[*] auf den Kopf abzuwehren.

Der Beitrag erschien auf den Nachdenkseiten am 19.04.2022: https://www.nachdenkseiten.de/?p=83027

Wegweiser in Zeiten des Krieges

«Von Reisen in die Russische Föderation wird abgeraten», heißt es auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes in Berlin. Die Schirmherrschaft der deutschen Außenministerin Annalena Baerbock für das deutsch-russische Themenjahr «Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung 2020–2022» ruht. Politisch, wirtschaftlich, kulturell – im Bereich von Sport, Bildung und Wissenschaften – werden die Beziehungen von USA und EU zu Russland gekappt. Selbst die Schweiz, die wegen ihrer Neutralität weltweit geschätzt wurde, hat gerade diese Neutralität mit der Übernahme der Sanktionen aufgegeben.

Im Folgenden die schriftliche Fassung eines Vortrags am 19.03.2022 in Sirnach, Schweiz: https://www.zeit-fragen.ch/archiv/2022/nr-8-5-april-2022/wegweiser-in-zeiten-des-krieges.html