Nicht länger Bittsteller sein

April 2019, Spurensuche in Syrien. Eine Reportage über die Auswirkungen von Sanktionen und Ölembargo, über das Leben südlich der Frontlinie Idlib und über antike Ruinenstädte.

Hinweis: In den Text, der im Neuen Deutschland veröffentlicht wurde, haben sich einige Fehler eingeschlichen. Das antike Kasr Ibn Wardan entstand im 6. Jahrhundert nachchristlicher Zeitrechnung und besteht aus einem Palast, einer Kirche und einem Militärlager. Auch das antike Al Andarin wurde etwa im 6. Jahrhundert errichtet. Beide Ruinenstädte liegen nordöstlich von Hama und waren bis 2011 Ziel von Archäologen und Touristen aus aller Welt. Vor allem die Ausgrabungsstätte von Al Andarin wurde vom „Islamischen Staat“ schwer verwüstet.

Die große Heuchelei

Notre-Dame liegt nicht im Mittleren Osten: Das westliche Desinteresse an brennenden Kirchen in Syrien

Syrien gilt als „Wiege der Zivilisation“, und das Christentum hat dort seinen Ursprung. Die verbrannten Kirchen des Landes aber erreichten nie die Öffentlichkeit wie die brennende Notre-Dame. Die christlichen Dörfer entlang des Jarmuk im Nordosten des Landes starben einen stillen Tod unter der Gewalt des „Islamischen Staates“ (IS). Harasta, Deir Mar Elian, Maalula, Qaryatayn, Tadmor, Zabadani sind nur einige Namen von Orten, deren Kirchen im syrischen Krieg lichterloh brannten. Alle wurden ganz oder teilweise gebrandschatzt, geplündert und verwüstet.

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Wirtschaftskrieg gegen Syrien

Sanktionen der Europäischen Union behindern den Wiederaufbau in Syrien, ein Ölembargo der US-Administration soll „Syrien und den Iran vom internationalen Handel isolieren“. Die syrische Regierung kontrolliert 70 Prozent des Landes, der Zugang zu den nationalen Ölfeldern östlich des Euphrat wird von US-Truppen und den syrischen Kurden blockiert. Darum und um eine mögliche Militäroperation gegen Dschihadisten in der Provinz Idlib geht es in diesem Weltnetz TV Interview: https://weltnetz.tv/video/1902-wirtschaftskrieg-gegen-syrien

Wirtschaftskrieg in Syrien – Russland im Mittleren Osten

Der Westen will Syrien mit einer Wirtschaftsblockade in die Knie zwingen. Der Teil des Landes, der sich unter Regierungskontrolle befindet – etwa 70 Prozent –, soll durch ein Handels- und Ölembargo am Wiederaufbau gehindert werden. Russland, Iran und China begegnen den Teilungsplänen und der Wirtschaftsblockade mit dem Ausbau der eigenen wirtschaftlichen Beziehungen mit Syrien, seinen Nachbarn und der Region. Dabei versuchen sie eine Konfrontation mit Damaskus um den strategischen und wirtschaftlichen Reichtum Syriens zu vermeiden.

Rückkehr ins Ungewisse

Syriens Wiederaufbau brauchte einen Marshallplan – die Wirklichkeit besteht aus Blockaden und Embargos
Viele vom Krieg vertriebene Syrer wollen nach Hause und ihr Leben neu aufbauen. Aus Libanon zum Beispiel reisten seit Dezember 2017 nach offiziellen Angaben 172 000 syrische Flüchtlinge nach Syrien zurück. Der Zustrom hält an.

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