Unruhige Tage in Beirut

Beirut, Januar 2020. Zum Jahreswechsel war es ruhig im Libanon. Ferien, Urlaub, Regen und in den Bergen Schnee, Weihnachten und die Neujahrsfeiern hielten die Menschen davon ab, ihre Proteste auf die Straßen zu tragen. Doch am 13. Januar ist es wieder so weit, die Libanesen sind aufgerufen, in der »Woche des Zorns« wieder auf die Straßen zu gehen. Die Proteste richten sich gegen die Banken. Eine Koordination gibt es nicht, Aufrufe werden über Facebook oder andere Netzwerke verbreitet. Inzwischen gibt es eine neue Regierung, doch die Proteste gehen weiter. Die Reportage „Unruhige Tage in Beirut“ erschien in zwei Teilen in der Zeitung Letzebuerger Vollek, Luxemburg.

Libanon-Teil-01-P04 – 23 janvier 2020

Libanon-Teil-02-P04 – 24 janvier 2020

Brüchiger Waffenstillstand in Idlib

Jarjanaz Januar 2020. Der Ort ist seit Dezember 2019 wieder unter Kontrolle der syrischen Streitkräfte. Jarjanaz liegt wenige Kilometer von Maaret al-Numan entfernt und liegt an der Frontlinie in Idlib
Foto: Karin Leukefeld. Januar 2020, Jarjanaz, Frontlinie Idlib.
Der Ort wurde im Dezember 2019 von den syrischen Streitkräften zurückerobert.

Am 12. Januar ist der von Russland und der Türkei vereinbarte Waffenstillstand für Idlib in Kraft getreten. Allerdings wurde die Vereinbarung allein am vergangenen Wochenende innerhalb von 24 Stunden mindestens 66 mal gebrochen. Das teilte das russische Zentrum für die Versöhnung der verfeindeten Seiten in Syrien am Samstag mit.

Der Artikel ist Teil einer Schwerpunktseite der Berliner Tageszeitung Junge Welt am 20. Januar 2020 und kann hier nachgelesen werden: 200120_jw_Schwerpunkt_Idlib

Was die Syrer vom USA-Iran-Konflikt halten (Video)

Von einer militärischen Eskalation zwischen den USA und dem Iran wäre Syrien zwangsläufig direkt betroffen. Was denken die Menschen in Syrien über die Ermordung des iranischen Generals Qassem Soleimani und Teherans anschließenden Vergeltungsschlag? Darum und um andere Aspekte des Konflikts geht es in einem Skype-Interview aus Damaskus.
 
Korrektur: Abu Mahdi al-Muhandis war Führer der Kata’ib Hisbollah im Irak und stellvertretender Kommandeur der Volksmobilisierungseinheiten, Hashd al-Shaabi.
 
RT Deutsch bittet, die an einigen Stellen schlechte Tonqualität zu entschuldigen: https://de.rt.com/22kc
 

Zwischen Weihnachten und Krieg

In Syrien leiden die Menschen unter andauernden Kämpfen, aber auch unter dem schwierigen Frieden. Weihnachten und der Jahreswechsel wurden in Syrien sehr unterschiedlich erlebt. Noch immer herrscht Krieg in der nordwestlichen Provinz Idlib.
Die kurdische Bevölkerung aus Afrin, die vor zwei Jahren von der türkischen Armee vertrieben wurde, hat alles verloren. In ihren Häusern leben heute islamistische Kampfgruppen, die von der Türkei unterstützt werden. Auch der Nordosten wird weiterhin von Spezialkräften der US-geführten Anti-IS-Koalition besetzt gehalten.
Während französische und britische Soldaten in nicht offiziell erklärten Lagern entlang der syrisch-türkischen Grenze stationiert sind, haben sich offiziell 600 US-Soldaten
mit Kämpfern der kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräfte
(SDF) auf den syrischen Ölfeldern im Osten des Landes niedergelassen.

Die Reportage erschien in der Berliner Tageszeitung Neues Deutschland und kann hier gelesen werden: 200108_nd_Reportage_Weihnachten_Damaskus

Die Welt wird sich ändern

„11. September 2001 = 3. Januar 2020. So wie die Welt sich seitdem geändert hat, so wird sich die Welt von nun an ändern. Für Deine Seele, Märtyrer Qasim Soleimani.“
Das war am Freitag in einem syrischen Facebook-Beitrag zu lesen. Der 3. Januar ist der Tag der Ermordung des iranischen Generalmajors Ghassem Soleimani, Kommandeur der Al-Quds-Brigaden der Iranischen Revolutionsgarden.
Der Artikel erschien in der Zeitung „Letzebuerger Vollek“ (Luxemburg) und ist hier nachzulesen: 200107 Die Welt wird sich ändern

Another kind of war: unilateral economic sanctions damage Syria

The war in Syria has largely come to a standstill, except in Idlib and other areas in the north of the country. A different kind of war is now raging, however, due to the unilateral economic punitive measures of the European Union and an oil embargo by the USA — an economic war.

Thanks to John Catalinotto the text has been translated into English. It has been published by TLAXCALA, an international translation network. It can be read here:  http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=27694

Journalismus unter Druck

Korrespondenten in Syrien müssen – wie in jedem anderen Land auch – jährlich ihre Akkreditierung erneuern. Aus Deutschland gibt es seit Jahren nur eine Journalistin, die über eine Akkreditierung in Syrien verfügt. Sabine Kebir sprach mit Karin Leukefeld über Fragen der journalistischen Ethik, die sich aus der allgemein zugänglichen Berichterstattung über den Krieg in Syrien ergeben.

Das Interview mit Weltnetz TV dauert 41 Minuten und kann hier angesehen werden: https://weltnetz.tv/video/2235-journalismus-unter-druck

Wirtschaftskrieg – Eine andere Art von Krieg

Einseitig verhängte Wirtschaftssanktionen gegen ein Land sind völkerrechtswidrig. Die USA und die Europäische Union bringen Syrien, seine Verbündeten und Nachbarn mit den „Strafmaßnahmen“ unter Druck. Die Schwerpunktseite mit drei Texten erschien am 16.12.2019 in der Berliner Tageszeitung Junge Welt. Hier der Text:

191215 Einseitig verhängte Wirtschaftssanktionen sind eine andere Art von Krieg

Wir wollen Herzen und Köpfe der Menschen erreichen

Dr. Ali Haidar ist Vorsitzender der oppositionellen syrischen SSNP und leitet die Kommission für die nationale Versöhnung in Syrien. Foto: Karin Leukefeld
Dr. Ali Haidar, Damaskus. Foto: Karin Leukefeld

Ali Haidar ist Vorsitzender der Syrischen Sozialen Nationalistischen Partei (SSNP), die er als Abgeordneter im Syrischen Parlament vertritt. Die 1932 gegründete Partei war wiederholt verboten und kann erst seit 2003 wieder offiziell in Syrien arbeiten. Von 2012 bis 2018 war Ali Haidar Minister für die nationale Versöhnung in Syrien. Das Ministerium wurde Anfang 2019 in eine Kommission umgewandelt.  Über die Arbeit der Kommission, über das Verfassungskomitee (Genf) und über Geschichte, Programm und Perspektive der SSNP sprach Karin Leukefeld mit Ali Haidar in Damaskus. 

191123 Interview Ali Haidar Wir wollen Herzen und Köpfe der Menschen erreichen

Libanon – Quo Vadis?

Seit einem Monat halten Proteste im Libanon an, Straßenblockaden legen den Alltag lahm. Die Demonstranten wollen nach der Regierung auch den Präsidenten sowie das Parlament zur Aufgabe zwingen. Gesprächsangebote werden abgelehnt, eine politische Führung fehlt. Was wollen die Leute? Worum geht es? Der Artikel in der Zeitung Letzebuerger Vollek (Luxemburg) ist hier nachzulesen: 191115 Libanon – Quo Vadis