Am 3. Januar 2020 wurden der iranische General Kassem Soleimani, der Militärchef der irakischen Volksmobilisierungseinheiten Abu Mahdi Al-Muhandis und
ihrer Begleiter am Flughafen von Bagdad durch eine US-Drohne ermordet. Ein Jahr danach ist das US-Verbrechen im Mittleren Osten nicht vergessen. Bilder des prominenten Generals und Politikers Soleimani schmücken zahlreiche Straßen und Dörfer im Libanon. Auch in Syrien ist sein Gesicht allgegenwärtig. Politiker und Militärs
erinnerten kurz vor dem Jahrestag der Ermordung an den General der iranischen
»Revolutionsgarden«. Im Westen gilt Soleimani nach wie vor als Terrorist, in
der Region aber wird er – jenseits der mit dem Westen und Israel verbündeten
Golfstaaten – als Held und Vermittler geehrt.
Die Schwerpunktseite erschien in der Berliner Tageszeitung Junge Welt: jw-210103-Der-Vermittler
Für die Christen in Syrien fällt das diesjährige Weihnachtsfest glanzlos aus. Die farbig leuchtenden Dekorationen an Kirchen und Häusern, die früher Tausende in die christlichen Viertel zogen, um an dem Fest teilzunehmen, sind rar gesät. Die Preise für notwendige Alltagsgüter sind hoch, die US-Besatzung der syrischen Öl- und Gasressourcen, die Plünderung von Weizen, Öl und Baumwolle im Nordosten des Landes, Finanz- und Wirtschaftssanktionen von EU und USA verschärfen die Not der Menschen.