
Foto Karin L.eukefeld, Ein Junge packt Essen ein. Tadmur/Palmyra Dezember 2020
Syrien Ende Dezember 2020. Der strahlend blaue Himmel wölbt sich über dem Antilibanon-Gebirge nordwestlich von Damaskus. Nach langen Wartestunden ist es gelungen, den Tank des Wagens mit ausreichend Benzin zu füllen, im Kofferraum steht ein alter Blechkanister mit weiteren 20 Litern Ersatz. Wir sind auf dem Weg Richtung Norden. Auf der Reiseroute stehen Orte mit alteingesessener christlicher Bevölkerung: Maalula, Homs, Tadmur und Karjatain und schließlich Aleppo. Ein Besuch im Kloster Deir Mar Musa wird von der Klostergemeinschaft abgelehnt: »Wir empfangen niemanden«, sagt Schwester Huda am Telefon. »Das ist eine Sicherheitsvorkehrung gegen das Coronavirus.“
Die Reportage erschien hier: jW-Thema_210128_Syrien_Reportage
Für die Christen in Syrien fällt das diesjährige Weihnachtsfest glanzlos aus. Die farbig leuchtenden Dekorationen an Kirchen und Häusern, die früher Tausende in die christlichen Viertel zogen, um an dem Fest teilzunehmen, sind rar gesät. Die Preise für notwendige Alltagsgüter sind hoch, die US-Besatzung der syrischen Öl- und Gasressourcen, die Plünderung von Weizen, Öl und Baumwolle im Nordosten des Landes, Finanz- und Wirtschaftssanktionen von EU und USA verschärfen die Not der Menschen.