Israel trägt Hauptverantwortung für Unruhe und Kriege in Region

In den letzten Tagen verschärfte sich die Lage im Nahen Osten erneut drastisch. Russland kritisierte die israelischen Luftangriffe vor Kurzem als Verletzung der Souveränität Syriens. Das russische Verteidigungsministerium gab eine Erklärung zu den jüngsten israelischen Angriffen auf Syrien ab, die Hinweise auf eine Verschiebung der Strategie Moskaus hinsichtlich der völkerrechtswidrigen israelischen Angriffe gegen die syrische Souveränität enthielten.

Der Drohnenangriff auf einen israelischen Tanker (MT Mercer Street) fachte den Konflikt zwischen Israel und Iran neu an. Israel droht nun Iran mit Krieg, um das Atomprogramm des Landes zu stoppen. In Afghanistan weiten sich die Kämpfe zwischen den Taliban und den Regierungskräften aus und im Iran trat Ebrahim Raissi sein Amt als neuer Präsident an.

Im Interview mit RT DE geht es um die jüngsten Entwicklungen in der Region und die Frage, inwieweit die Gefahr vom Ausbruch eines neuen Krieges im Nahen Osten besteht: https://de.rt.com/der-nahe-osten/121978-karin-leukefeld-im-interview-mit/

Wie auf der Titanic – Libanon ein Jahr nach der Explosion im Hafen von Beirut

Vor einem Jahr wurde der Hafen von Beirut durch eine Explosion zerstört. Ohne Wirtschaft und ohne Regierung treibt der Libanon steuerlos. Die Bevölkerung weiß nicht, wie sie überleben soll. Die herrschenden Eliten und ihre internationalen Partner schachern um Geld und Einfluss.

Der Beitrag erschien am 4. August 2021 bei RT Deutsch: https://de.rt.com/der-nahe-osten/121759-wie-auf-titanic-libanon-jahr/

Kein Frieden für Syrien

Während im Norden Syriens Anschläge und Kämpfe das Geschehen bestimmen, hat die israelische Luftwaffe innerhalb einer Woche drei Mal Syrien angegriffen. Libanon protestierte gegen die Verletzung seines Luftraums für die Angriffe. In Damaskus fand zum zweiten Mal eine Konferenz zur Rückkehr von Flüchtlingen statt. Die US-Armee verstärkt derweil ihre völkerrechtswidrige Besatzung im Nordosten des Landes.

Erschienen in der Zeitung vum Letzebuerger Vollek: 210729 zlv Kein Frieden für Syrien

Unabhängigkeit nicht gewollt

„Was wollen die USA und Europa von uns? Sollen Syrien und Libanon als Staaten vernichtet werden?“ George Jabbour blickt sein Gegenüber scharf an, als er am 5. Juli in Damaskus mit junge Welt über die Lage in der Levante spricht. „Alles deutet darauf hin, dass sie uns in ›failed states‹ verwandeln wollen, in gescheiterte Staaten. So wie sie es mit dem Irak und Libyen gemacht haben.“

Die Schwerpunktseite darüber, wie der Westen den Mittleren Osten destabilisiert, um den eigenen Einfluss zu erhalten, erschien in der Jungen Welt am 16.07.2021: jw-210716-Unabhängigkeit-nicht-gewollt

Verkohlte Bäume sprießen wieder

»Es war Anfang Oktober. Früh am Morgen schreckten wir von einem Alarm auf und fanden uns von Feuer umringt. Alles, was wir tun konnten, war, die Menschen zu retten und den Flammen den Weg in die Dörfer zu versperren.« Fadi Salah ist Bürgermeister von Al-Haffah, einem kleinen Ort in den östlichen Bergen der Provinz Latakia, die sich am Mittelmeer entlangzieht. Der Ort hat rund 10 000 Einwohner oder 2000 Familien, wie man in Syrien rechnet. Die Mehrheit der Bevölkerung in der Region lebt in Dörfern und Weilern, die rund um Al-Haffah in Tälern und auf den Bergen verstreut liegen und meist nur über schmale, oft unbefestigte Straßen erreichbar sind.

Nach den Bränden im vergangenen Herbst ziehen Betroffene in der syrischen Provinz Latakia Bilanz: nd-210715-Verkohlte-Bäume-sprießen-wieder

Kliniken inTrümmern – Bewaffnete Regierungsgegner und westliche Sanktionen zerstören das Gesundheitswesen Syriens.

Foto Karin Leukefeld. Das Al Kindi Krankenhaus nördlich von Aleppo wurde von Dschihadisten im Dezember 2013 gesprengt.

»Na, Sie humpeln ja kräftig.« Dr. Emile Katti, der leitende Arzt und Chirurg des Krankenhauses Al Rajaa in Aleppo begrüßt Joseph B. im Eingangsbereich mit einem kräftigen Handschlag. »Lange nicht gesehen und da kommen Sie mit so einem Knie hier an?« Joseph begleitet die Autorin seit Jahren durch das kriegszerstörte Syrien. An diesem Morgen hatte er sich vor der Abfahrt aus Damaskus in der Eile beim Verstauen des schweren Benzinkanisters verletzt, der wegen der großen Benzinknappheit bei langen Fahrten zur Grundausstattung gehört. Nur auf Drängen hatte Joseph eine Untersuchung bei Dr. Emile Katti in Aleppo akzeptiert.

Die Reportage aus Aleppo erschien in der Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek:210702 zlv Krieg gegen Kranke und in der Berliner Tageszeitung Junge Welt: https://www.jungewelt.de/artikel/405419.krieg-in-syrien-kliniken-in-tr%C3%BCmmern.html

 

US-Armee eskaliert im irakisch-syrischen Grenzgebiet

Die US-Armee und irakisch-iranische Milizen liefern sich im syrisch-irakischen Grenzgebiet einen Schlagabtausch

Die USA geben weiter die Richtung im Mittleren Osten vor. Zwar wendet das Land seine Militärmacht zunehmend nach Osten, doch vor dem Abzug will Washington sicherstellen, dass die Zukunft der Region der westlich definierten „regelbasierten“ Weltordnung unterworfen wird. Die mag dem Westen nutzen, doch die Völker der Region haben eine andere Vorstellung von ihrer Zukunft.

Zur zentralen US-Linie in der Region gehört es zu verhindern, dass die Staaten der Region sich einander annähern und verbünden. Dazu gehört die Blockade der syrischen Grenzen zu den Nachbarländern. Besonders die irakisch-syrische Grenze, die über etwa 600 km von der Türkei im Norden bis nach Saudi-Arabien im Süden reicht, soll nach US-Vorstellung nicht wieder unter syrische und irakische staatliche  Kontrolle kommen.

Der Artikel erschien in der Berliner Tageszeitung Junge Welt: jw 210629 USA eskaliert im irakisch-syrischen Grenzgebiet

Humanitäre Korridore nach Idlib nutzen auch den Islamisten

Nach Angaben des UN-Büros für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) erreichen aktuell monatlich mindestens 1000 Lastwagen mit Nahrungsmitteln, Medikamenten »und anderen Dingen« die Provinz Idlib. Sie kommen aus Gaziantep und passieren den Grenzübergang Bab Al-Hawa, der auf der einen Seite von der Türkei und auf der anderen Seite von Hayat Tahrir Al-Scham (HTS) kontrolliert wird. Die Organisation, früher bekannt als Al-Nusra-Front, eine Abspaltung des Islamischen Staats im Irak und in der Levante (ISIS) und syrischer Al-Qaida-Ableger, bietet sich dem Westen als »Partner gegen Assad« an.

Der Beitrag ist Teil eines Tagesthemas und erschien in der Berliner Tageszeitung Neues Deutschland: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1153704.syrien-humanitaere-korridore-nach-idlib-nutzen-auch-den-islamisten.html

Hilfe als Faustpfand

Im UN-Sicherheitsrat ist am Mittwoch (23.06.2021) turnusgemäß über die humanitäre Lage in Syrien debattiert worden. Im Hintergrund stehen dabei geostrategische Interessen. 2014 hatte der Rat per Resolution eine jeweils auf ein Jahr befristete Einrichtung von vier »humanitären Korridoren« aus den Nachbarländern Jordanien, Irak und Türkei nach Syrien in Gebiete beschlossen, die damals unter Kontrolle von bewaffneten Regierungsgegnern standen. Lebensmittel und Medikamente wurden mit Lastwagenkonvois über die Grenzen gebracht, ohne dass der syrische Staat den Inhalt dieser Lieferungen kontrollieren konnte. Damit wurde dem Land das Recht genommen, die eigenen Grenzen zu kontrollieren. Damaskus protestierte vergeblich dagegen. Die aktuelle Resolution für den Zeitraum 2020/2021 läuft am 10. Juli aus, doch es ist unklar, ob ein Konsens über eine erneute Verlängerung der Regelung für ein weiteres Jahr gefunden werden kann.

Der Beitrag erschien in der Berliner Tageszeitung Junge Welt: jw-210525-Hilfe-als-Faustpfand

Iran nach den Wahlen: Entspannung oder weitere Konfrontation?

Die Wahl des schiitisch-muslimischen Klerikers Ebrahim Raissi zum neuen Präsidenten Irans sorgte in der arabischen Welt kaum für Schlagzeilen. In deren Staaten bestimmen politische und wirtschaftliche Probleme die Tagesordnung. Westliche Stimmen warnen hingegen vor einer Verschärfung der Lage in der Region.

Der Beitrag erschien bei RT Deutsch: https://de.rt.com/meinung/119469-entspannung-oder-weitere-konfrontation-iran/